Genau einen Monat ist seit dem letzten Spiel der Ustermer vergangen. Damals gegen Wetzikon vermochte man nicht so wirklich zu überzeugen und wollte deshalb gegen Wiedikon alles besser machen. Das Gute vorne Weg, Uster bringt die drei Punkte aus Wiedikon nach Hause und das erst noch ohne Satzverlust, doch die Art und Weise lässt ein paar Fragezeichen offen.
Man hat sich viel vorgenommen gegen den Aufsteiger und doch war der Respekt vor der Wundertüte Wiedikon gross. Gut konnte man sich noch an packende Duelle erinnern, als man in der 4. Liga vor Jahren schon auf die mehr oder weniger selbe Equipe traf. Seither ist aber einiges geschehen und Uster reiste als klarer Favorit in den Zürcher Kreis 3.
Vor dem Spiel stimmte die Einstellung und man muss es den Gastgebern lassen, sie unterhielten mit vorzüglicher Einspielmusik. Der Beginn des ersten Satzes war dann aber schon geprägt durch viele unnötige Fehler der Ustermer. Ansonsten jedoch vermochten die Gäste den Gegner mit wenig Aufwand in Schach zu halten. Das Verdikt des ersten Satzes war somit auch einigermassen klar mit 25:16 für die Ustermer.
Im zweiten Satz schaltete Uster allmählich in den Sparmodus. Die Gäste wollten wohl so ökonomisch wie möglich gewinnen und herausfinden mit wie wenig Einsatz man das Spiel noch mit 3:0 für sich entscheiden könnte. Dazu wurde die Fehlerproduktion Usters hochgefahren, was zu einem resultatmässigen ausgeglichenen Satz führte. Immer mehr konzentrierten sich die Spieler auf beiden Seiten darauf dem Gegner zu zeigen, wem der Platz gehört. Dadurch wurde die Stimmung etwas hitziger und lenkte dazu noch vom nicht besonders attraktiven Spiel ab. Gegen Ende des Satzes verlor das Heimteam wohl etwas die Nerven als ihnen der Satzgewinn schon klar vor dem geistigen Auge sichtbar wurde. Uster liess sich nicht zweimal bitten und beendeten mit einem kurzen Schlussspurt den zweiten Satz, wobei sie dem Heimteam doch respektable 22 Punkte zugestanden.
Der dritte Satz glich dem zweiten, obwohl noch etwas mehr gestichelt und noch einwenig unkonzentrierter gespielt wurde. Der Schiedsrichter musste zuerst ermahnen und gegen Ende des Satzes sogar noch Silly Wohler mit Gelb verwarnen. Wieder kam Wiedikon nahe an einen Satzgewinn, dank einer beherzten Serviceserie von Thomas Helbling entschieden die Gäste allerdings auch diesen Durchgang für sich, jedoch denkbar knapp mit 25:23 Punkten.
Nach dem Spiel wurden unter den Wiedikern die Stimmen laut, die meinten, dass Uster mit einer solchen Leistung nach einem möglichen Aufstieg wohl schnell wieder absteigen würde oder man nun verstehe weshalb Uster den Aufstieg letzte Saison nicht geschafft habe. Eine mutige Aussage direkt nach einer 3:0-Klatsche, jedoch nicht ganz unwahr. Es wäre an der Zeit das spielerische Niveau nicht dem Gegner anzupassen, was jedoch auch nicht ganz einfach ist. Und solange man die Spiele mit der gezeigten Leistung ohne Satzverlust gewinnt, muss man sich wohl, zumindest im Moment, noch keine Gedanken machen. Bereits am Montag haben die Ustermer zudem die Chance in Oerlikon zu zeigen, was alles möglich wäre.