Beide Teams haben ihr Auftaktspiel souverän gewonnen und wollten zeigen, dass der erste Erfolg nicht bloss Glücksache war. Leider fanden zu Beginn des Spiels keine Fans ihren Weg in die Halle und so musste Uster sich alleine anfeuern.
Schon zu Beginn des ersten Satzes lief Uster in eine Serviceserie der Gäste hinein und rannte von da an einem fünf Punkte-Rückstand hinterher. Die Ustermer wirkten verkrampft und konnten ihr Spiel nicht so aufziehen, wie sie sich das vorgestellt hatten. Das Heimteam kämpfte sich gegen Ende des Satzes noch heran. Doch es half alles nichts und der erste Satzverlust der Saison war Tatsache, wenn auch knapp mit 23:25.
Der zweite Satz begann aus der Sicht der Ustermer besser. Sie hatten das Spiel unter Kontrolle, Rämi ruhte sich wohl noch etwas auf dem Satzgewinn aus. Doch wieder hielt ein Annahmeloch die Ustermer von einem sicheren Satz zurück. So wurde das Ganze wieder ein geschmackloser Abnützungskampf, den dieses mal Uster mit 25:23 für sich entscheiden konnte.
Der dritte Satz war einer zum Vergessen, zumindest für das Heimteam. Es wollte gar nichts mehr gelingen und die – das muss hier hervorgehoben werden – hervorragende Defenceleistung des Gegners führte zu einer gewissen Ratlosigkeit in Usters Reihen. Gerade mal 13 Punkte konnte sich Uster im dritten Satz verbuchen lassen.
Für Rämi war der Match an dieser Stelle wahrscheinlich schon so gut wie vorbei. Der Gegner demoralisiert und gedemütigt. Was soll da noch zurückkommen? Doch ganz so einfach will man es den Gegnern in der eigenen Halle dann doch nicht machen. Die Ustermer zogen endlich den Stock aus der dazu passenden Körperregion und fingen an, so Volleyball zu spielen wie es sich eigentlich gehört.
Selbstverständlich leisteten die Gäste mit immer noch hervorragender Verteidigungsarbeit erbitterten Wiederstand. Aber falls man für einen Punkt doppelt so präzise und schwungvoll angreifen muss, dann soll es eben so sein. Uster konnte sich somit rasch einen Vorsprung erarbeiten. In der Mitte des vierten Satzes konnte man sich zu recht auf einen fünften Satz freuen, doch da wurde die Rechnung ohne den Wirt, respektive den Schiedsrichter, gemacht. Der Unparteiische hatte wohl gar kein Interesse noch ein wenig länger in Uster zu verweilen und setzte alles daran mit dubiosen, zum Teil lächerlichen Fehlentscheiden, das Heimteam in Bedrängnis zu bringen. So fiel Uster gegen Ende des Satzes immer mehr in die Verhaltensmuster der vorherigen Sätze zurück. Ganze drei Matchbälle konnten sich die Rämianer erspielen und dachten wahrscheinlich, dass sie gewinnen könnten. Aber selbst drei Matchbälle reichten nicht, um aus Uster mit drei Punkten nach Hause zu fahren. Durch starke Nerven und Siegeswillen – vielleicht war es auch nur die Sturheit, eine Niederlage nicht anzuerkennen – kämpfte sich Uster ins Spiel zurück und gewann den vierten Satz mit 27:25.
Das berühmte Momentum hat Uster mit einem solchen Spektakel an sich gerissen und wollte an dieser Stelle alles so schnell wie möglich klar machen. Auch der fünfte Satz war hart umkämpft, aber die Vorteile klar bei Uster, die nun zum ersten Mal in diesem Spiel überzeugende durch die Mitte angreifen konnten. Rämi glich noch zum 13:13 aus, doch kurz darauf folgte der erste Matchball für die Ustermer und diese liessen sich nicht zweimal bitten und setzten sich mit 15:13 durch.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Uster als verdienter Sieger vom Feld ging, auch wenn sie ganze acht Punkte weniger auf dem Konto hatten als ihre Gegner. Rämi erzielte einen Achtungserfolg und wurde durch kompakte Leistung in der Defence mit einem Punkt belohnt. Für Uster geht es schon eine Woche später weiter gegen die Auswahl des Freien Gymnasiums Zürich, wo man bestimmt den verlorenen Punkt wieder gutmachen will.
Päd Neff